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        Lucyra ist offline Lucyra  
        The Wonderland Chronicles - Unterland
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        Unterland - Band I


        »O schöner, goldner Nachmittag,
        Wo Flut und Himmel lacht!
        Von schwacher Kindeshand bewegt,
        Die Ruder plätschern sacht -
        Das Steuer hält ein Kinderarm
        Und lenkt so unsre Fahrt.

        So fuhren wir gemächlich hin
        Auf träumerischen Wellen -
        Doch ach! Die drei vereinten sich,
        Den müden Freund zu quälen -
        Sie trieben ihn, sie drängten ihn,
        Ein Märchen zu erzählen.

        Die Erste gab`s Kommandowort;
        O schnell, o fange an!
        Und mach es so, die Zweite bat,
        Dass man recht lachen kann!
        Die Dritte ließ ihm keine Ruh
        Mit wie? und wo? und wann?

        Jetzt lauschen sie vom Zauberland
        Der wunderbaren Mähr;
        Mit Tier und Vogel sind sie bald
        In freundlichem Verkehr,
        Und fühlen sich so heimisch dort,
        Als ob Wahrheit wär.

        Und jedes Mal, wenn Fantasie
        Dem Freunde ganz versiegt;
        »Das Übrige ein andermal!«
        O nein, sie leiden´s nicht.
        »Es ist ja schon ein andermal!« -
        So rufen sie vergnügt.

        So ward vom schönen Wunderland
        Das Märchen ausgedacht,
        So langsam Stück für Stück erzählt,
        Beplaudert und belacht,
        Und froh, als es zu Ende war,
        Der Weg nach Haus gemacht.

        Lucilla! O nimm es freundlich an!
        Leg es mit gütiger Hand
        Zum Strauße, den Erinnerungen
        Aus Kindheitsträumen band,
        Gleich welken Blüten, mitgebracht
        Aus liebem, fernem Land.«


        (1) Das Gedicht stammt aus dem Buch: Alice im Wunderland von Lewis Carroll


        ******
        Anmerkung:

        Hey Mädels, ihr wundert euch bestimmt das der alte Thread verschwunden ist und ich nun einen Neuen aufmache. Das liegt daran das ich mich wieder mehr aufs reine Schreiben besinnen möchte und Sims außenvor lasse werde. Jedenfalls was diese Geschichte angeht.

        Ich bin mir aber nicht sicher ob ich die reine Geschichte hier im Forum posten darf ohne einen Bezug auf Sims. Aber euch hängen lassen wollte ich auch nicht. Ich weis ja das es unter euch welche gibt, die wissen wollen wie es mit Lucilla weitergeht. Deswegen poste ich es einfach und falls es nicht erwünscht ist, kann der Thread ja wieder gelöscht werden.

        Ich hoffe euch gefällt die Geschichte auch ohne die Bilder und ich habe euch auch gleich das 5te Kapitel mitgebracht.




        Mein Blog wird momentan überarbeitet.


        Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Lucyra am 15.03.2019 - 02:36.
        Beitrag vom 10.03.2019 - 14:53
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        01. Ein Ende ist gleich ein Anfang


        Mit Tränen verhangenen Augen erwachte sie aus ihrem Traum und blinzelte dem grellen Sonnenlichte entgegen. Zu laut, zu hell! Geblendet hielt sie sich schützend eine Hand vor dem Gesicht und schob ihre Bettdecke beiseite. Träge setzte sie sich auf und berührte mit nackten Sohlen die kalten Holzdielen. Stöhnend, wie eine alte Dame erhob sie sich und begab sich langsam zu dem Fenster mit den geöffneten Vorhängen. Ruckartig, sodass ihr ein bisschen schwindlig wurde, zog sie die Vorhänge zu. Das Zimmer, nun in völliger Dunkelheit getaucht und von der Welt abgeschnitten, kam ihr gleich viel ruhiger vor.

        »So ist es gut, so ist es fein.« Ein Lächeln, was etwas in Schieflage geriet, zeichnete sich auf Lucillas blassem Gesicht ab. Müde begab sich die traurige Gestalt wieder zu ihrem Bette und legte sich hin. »Schlaf ein, schlaf ein! Eins, Zwei, Drei.«

        »Lucy, liegst du immer noch im Bett? Steht auf und mach dich fertig!« Energisch klopfte meine Mutter an meiner Zimmertür. »Lucilla« empörte sich meine Mutter. »In 15 Minuten bist du unten!«
        Stöhnend vergrub ich mein Kopf unter mein Kissen. Ich will nicht! Ich will nicht, dass das passiert! Kein Abschied bedeutet auch kein Wiedersehen. Kamen mir Grandma`s Worte in Erinnerung. O, wie ich ihre Sprüche verabscheut hatte und wie ich sie jetzt schmerzlichst vermisste!
        Schniefend wischte ich mir über meine Augen und tat das, was von mir erwartet wurde. Ich öffnete meinen Kleiderschrank und zog ein kurzes schwarzes Kleid heraus. Eilig streifte ich es über und kämmte mir mit meinem Finger durch mein blondes Haar. Schnell flitzte ich ins Badezimmer, spritze mir kaltes Wasser ins Gesicht und putzte mir die Zähne.

        »Lucy», brüllte meine Mutter ärgerlich von unten hinauf.
        »Ja, ich komme schon.« Einen kurzen Blick in den Spiegel gönnte ich mir noch und bereute es sofort. Ein dürres, von Trauer gezeichnetes Gesicht, sah mir entgegen. Hastig wand ich mich ab und knallte die Tür hinter mir zu. »Halt!«, schallte ich mich selbst und begab mich nochmal zurück. »Hätte dich beinahe vergessen« Behutsam nahm ich meine Kette aus der Schatulle und band sie mir um. Der Anhänger landete warm an meiner Brust. Zeitgleich hatte ich das Gefühl als umarmte mich meine Grandma. Ihr Duft nach Lavendel, stieg mir in die Nase. Fest umschloss ich den Anhänger mit meiner rechten Hand. »Heute sagen wir ein letztes Mal auf Wiedersehen, Grandma!«
        Von dunklen alten Steinen und eisiger Kälte umgeben, standen wir alle - dicht beisammen, in der kleinen Kirche und lauschten dem Pastor, der so alt wie die Kirche selbst erschien, und gerade die Abschiedspredigt für meine Grandma hielt.

        »Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.
        Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht«
        Still neigten sich die Köpfe der Anderen, während der Pastor weiter predigte. Schweigend glitt mein Blick über die geneigten Köpfe und blieb an dem offenen Sarg hängen, worin meine Grandma lag. Friedlich schlief sie den Schlaf der niemals endete.
        »Viele Menschen fürchten jede Art von Abschied. Denn Abschiede enthalten stets beides, Aufbruch und Trauer.« Seine Worte trafen mich zutiefst. Ich scheute schon immer vor Abschieden und jetzt stand mir der Schlimmste von allen bevor. Als wären meine Gedanken eine Art Stichwort gewesen, stupste meine Mutter mich von der Seite an.

        »Möchtest du alleine oder mit uns zusammen gehen?«, raunte sie mir leise in mein Ohr. Abwartend sah sie mich an. Dies war eine gute Frage, eine Frage vor der ich mich seit Tagen drückte. Würde ich alleine gehen, könnte ich mich in Ruhe und mit meinen eigenen Worten bei Grandma verabschieden. Niemand würde meine Worte hören. Ich könnte sagen was ich wollte unter den Augen aller Anwesenden. Gehe ich zusammen mit meinen Eltern, wären die Blicke aller nicht nur auf mich gerichtet, aber dafür wären Grandma und ich nicht unter uns.
        Ich neigte meinen Kopf etwas näher zu meiner Mutter hin. »Ich gehe alleine!«, flüsterte ich ihr mit meiner kratzigen Stimme zu. Mitfühlend nickte sie mir zu und griff nach meiner eisigen Hand. Fest umschloss sie sie und gab mir dadurch etwas Kraft.
        Nun stand ich hier. Allein und alle Blicke auf mich gerichtet, nur meiner, der lag auf Grandma. Mein Herz tat mir weh und das Atmen viel mir schwer. Auf den Weg zum Altar dachte ich kurzweilig, ich würde ersticken.

        Konzentriert, versuchte ich den schlafenden Anblick meiner Grandma in mir einzusaugen. Für immer in meinem Kopf gespeichert. Ich beugte mich vor und strich ihr behutsam von der Stirn zum Kinn hinab. »O Grandma, jetzt ist es soweit, doch will ich nicht. Ein außerordentliches Unterfangen wird von mir abverlangt! Mich sträubt es und es widert mich an. Der Gedanke, dir Lebewohl zu sagen ist unerträglich. Komm doch wieder zu mir und erzähl mir deine wunderlichen Geschichten. Ich werde auch still sein und dich nicht unterbrechen!« Mein Körper bebte vom Zittern und ich fiel auf die Knie. Meine Finger krallten sich in den Sarg während mir die Tränen über die Wangen liefen. »Kein Abschied bedeutet auch kein Wiedersehen. Ja, ich weiß. Doch bedeutet denn auch ein Abschied gleich ein Wiedersehen? Und wo ist das Wiedersehen? Und wann?« Zitternd wischte ich mir meine Tränen weg und stand mit wackligen Beinen auf. »Wo werden wir uns Wiedersehen, Grandma? In deinem Wunderland wie du es mir versprochen hast?« Fest blickte ich auf ihre Gestalt hinab. »Wirst du mit dem Hutmacher Tee trinken solange du auf mich wartest? Wenn dir langweilig wird, kannst du ja wieder die weißen Rosen der Königin rot anmalen oder du spielst Cricket, aber tu den Flamingos bitte nicht allzu weh.« Eine Hand berührte mich sachte am Oberarm. Ich drehte mich verwirrt um und sah in das traurige Gesicht meiner Mutter. Ich hatte die Anderen ganz vergessen.
        »Es wird Zeit, Lucilla.« Mein Herz blieb kurz stehen und mein Blick wanderte zum Boden. Still liefen meine Tränen und fielen herab. Ich ballte meine Hände zu Fäusten und drehte mich wieder zu meiner Grandma um.

        »Du hast Ma gehört.« Ich beugte mich zu ihr hinunter und gab ihr einen sanften Kuss auf ihre faltige Stirn. »Auf Wiedersehen Grandma. Wir sehen uns im Wunderland wieder! Ich liebe dich!« Mit diesen Worten wandte ich mich vom Sarg ab und schritt den Altar hinunter. Anders als die Anderen ging ich nicht zu meinem Sitzplatz, sondern ich ging weiter. Meine Füße wollten nicht anhalten, sie bewegten sich einfach immer weiter. Schritt um Schritt, verließ ich die Kirche. Ich hörte noch meine Eltern nach mir rufen, aber auch da hielten meine Füße nicht an. Sie wurden nur noch schneller, bis ich rannte.

        Meine Füße trugen mich über Sand und Stein. Der Wind peitschte mir meine offenen Haare ins Gesicht und vor lauter Tränen sah ich meine Umgebung nicht. Ich weinte immer stärker, jaulte gequält auf. Schrie mir den Schmerz aus meinem Leib und rannte dabei immer schneller. Ich stolperte und fiel der Länge nach hin. »Ah, verdammt.«, fluchte ich schluchzend. Wütend ballte ich meine Hände zu Fäusten und drosch auf den Rasen ein, während die Tränen immer weiterliefen. Ich dachte an Grandma, wie sie da schlafend in ihrem Sarg lag. Dachte daran, dass sie bald nicht mehr da lag. Vielleicht nur für ein paar Stunden und dann würde sie in ihr Grab hinabgelassen werden. Für immer! Ich bekam keine Luft. Panisch griff ich mir an den Hals und versuchte zu atmen, aber es ging nicht. Mein Hals war wie zugeschnürt, meine Brust zu eng. Mein Herz raste und der Schweiß stand mir auf der Stirn. Meine Hände verkrampften und mein Brustkorb hob und senkte sich immer schneller. Mir wurde schwindlig und ich drohte wegzugleiten.

        »Wie traurig. Arme kleine Alice, flattert wie ein verängstigtes Vögelchen.« Verwirrt blickte ich auf und sah eine gestreifte dicke Katze auf einen Baum liegen. »Du hyperventilierst, du musst langsamer atmen.« Sagte die merkwürdig schnurrende Stimme. Die dicke Katze sprang elegant von ihrem Baum und landete direkt vor mir. Ruhig setzte sie sich mit peitschendem Schwanz vor mich hin und starrte mich an. Werde ich verrückt? Sprach diese Katze etwa mit mir? Kann man Schwachsinn erben?
        »O Grandma, warum nur? Wieso tust du mir dies nur an?« Von der Verrücktheit des Augenblicks, vergaß ich vollkommen meine Atemprobleme. Die Katze legte ihren Kopf schief und sah mich irgendwie merkwürdig an.
        »Da freut sich aber der Märzhase. Verrückte sind nie gerne alleine.«
        »Ich bin nicht verrückt!«, sagte ich entschieden. »Oder vielleicht doch?«, fragte ich zweifelnd.
        »Wer weiß? Diese Entscheidung obliegt Absolem.« Sagte die Katze entschieden.
        »Wem?« Unterhielt ich mich gerade wirklich mit einer Katze?
        »Du bist genauso dumm wie früher Alice!«
        »Ich bin nicht dumm! Und ich heiße nicht Alice! Mein Name ist Lucilla Kingsleigh und Alice war meine Grandma!«




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        Beitrag vom 10.03.2019 - 14:57
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        02. Die Chronosphäre


        Stumm starrte mich die Katze mit ihren unheimlichen blauen Augen an. Ich fühlte mich Unbehaglich unter ihren Blick, deswegen wandte ich den Meinen ab.
        »Was meinst du mit war?« Zögernd legte ich meinen Blick auf die Katze zurück und sah wie sie dichter zu mir kam. Sie fixierte mich mit ihren Augen. Wie hypnotisiert starrte nun ich sie an. Ich merkte wie die Tränen zurückkehrten und mir langsam über die Wangen liefen. Nun war ich es, die verstummt war. Still weinte ich um meine Grandma.

        »Bist du taub? Ich habe dich etwas gefragt!«
        Schniefend wischte ich mir die Tränen weg, nur damit sich neue den Weg erschließen konnten und ignorierte die Katze. Das schien sie erheblich zu stören, denn ihre Schnurrhaare vibrierten regelrecht! »Anscheinend hast du ein Leck, das du so viel Wasser lässt. Vielleicht hörst du deswegen so schlecht.« Fragend neigte sich ihr Kopf zur Seite.

        Ein Leck? Ich prustete und ihre Ohren zuckten. Ein Lachen bahnte sich seinen Weg. Es war ein befreiendes Gefühl. »Was ist?«, fragte die Katze verwirrt und mit peitschendem Schwanz, während ich meinen Bauch vor Lachen umschlang. Ich beugte mich vor und lachte weiter. Jetzt liefen meine Tränen aus Freude und nicht mehr aus Trauer.
        »Miau, eindeutig verrückt!«, stellte die Katze verschnupft fest.
        Mein Lachen verklang und ich beruhigte mich langsam, während die Katze mich misstrauisch beobachtete. »Wie heißt du eigentlich?«, fragte ich sie und wischte die übrigen Tränen weg.
        Stramm setzte sie sich auf und plusterte ihre Brust. »Ich bin als Cheshire bekannt. Meine Freunde nennen mich aber einfach Chess.«
        »Oh, du bist also ein Er.«
        »Was dachtest du denn?«, fragte er verwundert. Ich zuckte mit den Schultern.
        »Bei Katzen erkennt man das ja immer so schlecht, wenn man nicht einen bestimmten Blick riskiert.«
        »Tz, verrückt und vulgär! Ganz anders als unsere Alice!« Sagte Chess beleidigend. »Jetzt sag mir, was du mit war meintest!« Streng sahen seine Augen mich an.
        Schwer atmete ich aus. „Grandma ist tot. Sie erlag letzte Woche den Krebs.« Traurig sah ich auf meine Hände die ich unmerklich zu Fäusten ballte. Zischend zog Chess die Luft ein.
        »Was für eine Tragödie. Arme Alice.«, sagte Chess mit trauriger Stimme, während es in seinen Augen leicht glitzerte. Konnten Katzen weinen?
        »Ja, arme Grandma.« Stimmte ich zu.
        »Hat Alice, vielleicht etwas hinterlassen?«, fragte Chess zögernd. Ich horchte auf.
        »Meinst du etwas Bestimmtes?«, fragte ich kühl.
        Bejahend nickte er. »Es ist klein, rund und aus Gold. Es zeigt dir die Tageszeit an. Ein Zeitmesser.« Unwillkürlich griff ich nach meinem Anhänger und umschloss ihn schützend mir meiner Hand.
        »Warum fragst du danach?«
        »Weil wir im Unterland dies dringend brauchen! Es war ein Geschenk von Zeit für deine Grandma, als Dank für ihre Hilfe. Doch jetzt fordert es Zeit zurück!«
        »Meinst du mit Unterland das Wunderland?« War Grandma etwa doch nicht verrückt gewesen?
        »Ja, Alice nannte es immer das Wunderland! Hast du diesen Gegenstand gesehen oder weißt du etwas darüber?« Stumm sah ich ihn an. Sollte oder sollte ich nicht?
        »Vielleicht.« Sagte ich unbestimmt. »Wozu braucht ihr es denn so dringend?«
        Hastig leckte Chess über seine Pfote. »Die Chronosphäre wurde von der roten Königin manipuliert. Trotz Verbannung, drang sie wieder ins Unterland ein und wickelte Zeit um ihren Finger. Sie besetzt die Festung und niemand kommt zu Zeit oder der Chronosphäre durch.«
        »Wenn niemand durchkommt, was bringt euch denn der Zeitmesser?« Ich versuchte unbekümmert zu wirken, trotz dessen mir diese Nachricht zusetzte. Ich bin mit den wunderlichen Geschichten über das Wunderland aufgewachsen und weis folglich um die Chronosphäre und der roten Königin Bescheid. Das letzte Mal wurde das ganze Unterland fast zerstört, weil sich Grandma die Chronosphäre auslieh um den Hutmacher zu helfen.
        »Das Zeitmesser ist eine Chronosphäre. Zeit hat sie gebaut und Alice zur Sicheren Aufbewahrung geschenkt. Wenn wir nicht bald etwas tun, werden wir alle verschwinden!« Rief Chess ängstlich.
        »Wie verschwinden?«, fragte ich nun auch ängstlich.
        »Die Zeit läuft rückwärts. Wir werden von Tag zu Tag jünger. Gebäude und Bewohner verschwinden! Tarrant zählt nun schon 26 Lebensjahre. Dabei war er bei Alices Abschied 76 Jahre.« Katzen konnten also weinen. Chess blickte mich voller Tränen an und mein Herz verkrampfte sich vor Mitleid.
        »Wer ist Tarrant?«
        »Na, der Hutmacher! Tarrant Hightopp! «
        »Das kann nicht sein! Der Hutmacher war nach Grandma´s Erzählungen nicht so alt!« Widersprach ich.
        »Nicht nach dem äußerlichen Erscheinen, aber nach der Anzahl der Jahre schon. Tarrant nahm im Alter von 28 Jahren einen Trank, der die körperliche Alterung aufhielte. Es war ein Geschenk von der weißen Königin für seine Arbeit als grandioser Hutmacher. Doch jetzt ist der Trank unwirksam. Die Zeit hat es ungeschehen gemacht. Seit 2 Jahren wird auch er jünger!«
        »Das tut mir leid. Doch warum kommst du denn erst jetzt?« 50 Jahre, das ist doch eine sehr lange Zeit und genug Gelegenheit wäre gewesen.
        »Es ist fast unmöglich vom Unterland ins Oberland zu kommen und wo ich denn endlich hier Oben angekommen war, brauchte ich noch ein Jahr um Alices Aufenthaltsort zu finden. Doch sah ich sie nie. Ich sah immer nur dich.«
        »Mhm, ja.« Grandma lag die letzten Monate ihres Lebens nur noch schwach in ihrem Bett und täglich war ich nach der Uni zu ihr geeilt. Still hatte ich an ihrem Bette gesessen und ihr beim Schlafen zugesehen.
        »Und du bist nur wegen der Chronosphäre hier?« Fragte ich tief in Erinnerungen versunken.
        Chess schüttelte seinen Kopf. »Nein. Ich wurde mit dem Auftrag hierhergeschickt, Alice samt der Chronosphäre ins Unterland zu bringen.« Antwortete Chess ernst.
        Verschreckt sah ich auf. »Mit Grandma? Warum?«
        »Nur mit Alices Hilfe schaffen wir es die rote Königin zu besiegen und die Chronosphäre zu ersetzen! Alice ist die Stärkste Kriegerin!« Sagte er voller Überzeugung. Grandma eine Kriegerin? Der Gedanke ließ mich auflachen.
        »Doch nun ist sie tot und unser Ende nah!« Verzweifelt blickte er zu Boden. Bei diesen Worten fasste ich meinen Entschluss. Ich setzte mich auf und stellte mich gerade hin.
        »Das Ende wird nicht kommen! Bring mich ins Unterland!« Fest sah ich auf Chess hinunter.
        »Und die Chronosphäre?« Ich nahm meine Kette ab und zeigte Chess den Anhänger.
        »Meinst du die hier?« Auf Cheshire Gesicht zeigte sich ein böses Grinsen.
        »Nun denn. Lass das Spiel beginnen.«




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        Beitrag vom 10.03.2019 - 15:00
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        03. Der Aufbruch


        Mit einem mulmigen Gefühl und vor Aufregung geplagt betrat ich mit Chess unser Wohnhaus. Die Eingangstür gab ein leises Knarren von sich, als ich sie vorsichtig aufmachte und in den Flur schielte. »Die Luft ist rein.« Sagte ich laut und schaltete das Licht an. Chess tapste angespannt hinter mir hervor und schnüffelte unruhig in der Luft herum. »Was ist los? Außer uns ist niemand da. Meine Eltern scheinen noch beim Totenschmaus zu sein.«
        »Ein merkwürdiger Geruch liegt in der Luft und man kann nie vorsichtig genug sein. Merk dir das!«
        »Mhm, ja. Wie auch immer.« Unbeeindruckt ließ ich Chess im Flur stehen und eilte die Treppe hoch. In meinem Zimmer angekommen schnappte ich mir sogleich meinen Rucksack und legte ihn auf meinem Bett. Einen Koffer konnte ich nur schwerlich mitnehmen. Ich eilte ins Badezimmer und packte all meinen Kram, den ich für meine tägliche Pflege brauchte in die Waschtasche. Damit ging ich zurück in mein Zimmer und stellte mich vor meinen offenen Kleiderschrank. Nachdenklich musterte ich meine Kleidung. Was soll ich nur mitnehmen? Viel passt in einem Rucksack ja nun nicht rein.
        »Nimm was Bequemes und robustes.« Erschrocken quiekte ich auf. Chess Kopf schwebte neben den meinen und zwar nur sein Kopf.
        »Ach du meine Güte.« Rief ich verschreckt aus und hielt mir mein klopfendes Herz. »Chess, ist alles in Ordnung?« Staunend und verwirrt sah ich seinen schwebenden Kopf an.
        »Ja, warum?« Fragte er grinsend, während sein Kopf sich im Kreise drehte.
        »Ähm, ja, nun. Ich will dir ja nicht zu nahetreten, aber dein Körper ist verschwunden.«
        »Ach, ist das so?« Bedächtig sah er an sich hinab, während sein Körper Stück für Stück aus dem Nichts auftauchte. Mit großen Augen sah ich dem Geschehen zu. »Ist es so besser?« Fragte er nachdem sein Körper wieder vollständig war.
        »Ähh, ja. Ich denke schon.« Gab ich entgeistert von mir.
        »Pack auch etwas Warmes ein. Es müsste jetzt Winter im Unterland sein.« Genervt schüttete ich zum dritten Mal meinen Rucksack aus.
        »Kannst du das nicht früher sagen. Und wie soll ich bitte das alles in meinem Rucksack bekommen? Winterkleidung nimmt zu viel Platz weg!« Frustriert setzte ich mich auf mein Bett und bedachte mürrisch den Berg an Kleidung.
        »Du kannst auch frieren, wenn dir das lieber ist.« Sagte er hochmütig während er in meinem Zimmer umher schwebte. Ja, er schwebte. Wer hat bitteschön schon mal eine schwebende Katze gesehen? Genervt verdrehte ich meine Augen und fing wieder von vorne an. Am Ende befanden sich zwei dicke Pullis, drei Jeanshosen, fünf Shirts, Unterwäsche, Socken und meine Waschtasche in meinem Rucksack. Wenn man jedes Kleidungsstück zusammenrollt anstatt zusammenzulegen nimmt es viel weniger Platz weg. Zufrieden machte ich den Rucksack zu.
        Mittlerweile hatte ich mich auch schon umgezogen und trug jetzt eine Hose, einen dicken Pulli und meine besten Stiefel. Ich schwitze schon jetzt aus allen Poren und krempelte mir die Ärmel hoch. Meinen Mantel werde ich wohl tragen müssen. Das wäre echt zu warm.
        »Wir sollten noch etwas Essen bevor wir aufbrechen.« Ich nahm den Rucksack und meinen Mantel und spazierte zur Küche hinunter. Vorher stellte ich noch schnell die Sachen im Flur ab. »Was möchtest du?« Fragend blickte ich in den Kühlschrank.
        »Fisch wäre nett.«
        Schweigend saßen wir am Küchentresen und aßen. »Sollte ich noch etwas zu Essen und Trinken einpacken?« Fragte ich an Chess gewandt.
        »Für Essen wird gesorgt sein. Ein Wasserschlauch für dich wäre hilfreich. Ich glaube nicht das du Wasser aus einem Fluss schlecken kannst oder doch?« Abschätzend musterte er mich.
        »Mhm, wenn ich müsste könnte ich dies bestimmt, aber ein Wasserschlauch wäre wohl besser.« Schnell aß ich auf und machte mich auf der Suche nach einem Wasserschlauch. Ich war der Meinung so was im Arbeitszimmer meines Vaters gesehen zu haben. Meine Ahnung bestätigte sich als ich den Schlauch in der untersten Schublade des Schreibtisches fand. Flink nahm ich ihn an mich und quetschte ihn in meinen Rucksack. »Wollen wir denn?« Zu allem bereit stand ich im Flur und sah zu Chess hinunter.
        »Auf geht´s.«
        Am Ende der Straße angelangt drehte ich mich noch ein letztes Mal zu unserem Haus herum. »Bis bald.« Sagte ich wehmütig. Wer weiß wie lange ich weg sein werde. Zusammen mit Chess ließ ich mein Dorf hinter mir und wir verließen die Straße. Chess ging voraus und ich folgte ihm still über Felder und Wiesen. Hätte ich meinen Eltern einen Brief dalassen sollen? Sie werden sich bestimmt Sorgen um mich machen sobald sie mein Verschwinden bemerken. Schlechten Gewissens blickte ich vor mir auf den Boden und seufzte schwer.
        »Mach dir keine Sorgen. Sie werden dein Fehlen nicht bemerken.«
        »Woher weißt du das?« Gab ich missmutig von mir.
        »So war es immer bei Alice.« Mehr sagte er nicht dazu.
        Es wurde still um uns herum. Wir waren schon weit abseits von allen Straßen und man hörte nur noch das Rauschen des Windes und die Klänge der Tiere. »Wie gelangen wir eigentlich ins Unterland?« Fragte ich nach einer Weile.
        »Das wird dir nicht gefallen also frag nicht weiter.« Sagte Chess bestimmend.
        »Wie meinst du das?« Schnell holte ich zu ihm auf.
        »Du sollst doch nicht fragen.« Gab er murrend von sich.
        »Ich frage aber! Also?« Abwartend sah ich ihn von der Seite her an.
        »Warum müssen Menschen nur immer so anstrengend sein?« Quengelte er.
        »Lenk nicht vom Thema ab!«
        »Vor uns liegen zwei Hindernisse die wir zu bewältigen haben. Das Erste wäre das Meer der ewigen Blumen und das Zweite ist der Niemalswald.«
        »Das sind aber seltsame Namen.«
        »Red mir nicht dazwischen, wenn ich dir etwas erklären soll!« Streng sah er mich an.
        »Oh, Verzeihung.« Eine leichte Hitze stieg mir zu Kopf.
        »Wenn wir das Meer der ewigen Blumen betreten, sei bloß auf der Hut und wage es ja nicht, unter gar keinen Umständen eine Blume zu pflücken! Und bleibe ja immer auf dem Pfad. Du darfst auf keine Blume treten. Verstanden?« Unheils voll sah er mir in die Augen.
        Schwer schluckte ich. »Okay. Was würde denn theoretisch passieren, wenn man eine pflückt? Und warum heißt es das Meer der ewigen Blumen?«
        »Es liegt ein Zauber auf dieser Wiese. Die Blumen hören nie auf mit dem Blühen. Als wäre die Zeit stehen geblieben und hätte sie in ihren schönsten Zustand eingefroren. Wer den Zauber sprach, nun darüber gibt es viele Geschichten. Und die Antwort deiner ersten Frage weis ich leider nicht. Es hat noch nie jemand gewagt dies zu tun, aber man sagt sich. Sollte sich jemals einer wagen, einer dieser Blumen ein Leid anzutun, würde der wütende Geist aus dem Jenseits erscheinen und ein mit hinunterziehen.« Ein breites Grinsen zog sich über sein Maul. »Also, verspürst du noch immer Lust Blumen zu pflücken?«
        »Nein, auf gar keinen Fall.« Eine Gänsehaut überzog meinen gesamten Körper bei der Vorstellung, ein Geist könnte plötzlich vor mir auftauchen und mich ins Reich der Toten verschleppen.






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        Beitrag vom 10.03.2019 - 15:03
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        04. Der hölzerne Wächter


        Ich vertrieb mir die Zeit damit, Chess mit weiteren Fragen zu löchern. »Warum gibt es eigentlich Magie an diesen beiden Orten? Ich dachte in meiner Welt gäbe es keine.«
        »Gibt es auch nicht. Die Beiden liegen in der Zwischenwelt. Die Welt zwischen Ober- und Unterland. Da wimmelt es nur so vor lauter wilder Magie. Sie ist gefährlich, bisweilen sogar tödlich. Selbst im Unterland steht uns nicht solche Magie zu Verfügung. Bei uns ist ihre Anwendung begrenzt, weswegen viele düstere Gestalten in die Zwischenwelt flüchten um da ihren bösen Machenschaften nachzujagen.«
        Seit Stunden wanderten wir umher und mittlerweile wurde es schon dunkel, als sich plötzlich hinter der nächsten Gabelung uns ein einzelner uralter Baum in den Weg stellte.
        Verwundert blieb ich stehen und legte meine rechte Hand an den Stamm. Die Rinde schien unter meinen Fingern zu pulsieren und verschreckt zog ich meine Hand wieder weg.
        »Das ist einer der Wächter. Sie schützen die Zwischenwelt vor unwürdigen Eindringlingen.« Bedächtig sah Chess den besagten Wächter an. Skeptisch neigte ich meinen Kopf zur Seite.
        »Es ist nur ein Baum. Wie sollte er uns am Betreten hindern können?« Forsch setzte ich mich in Bewegung und schob mehrere Zweige beiseite, als ein großer Zweig auf mich zu sauste und auf mich hinab peitschte. Ich wurde zurückgeschleudert und landete hart auf meinen Hintern.
        »Wer wagt es, diesen heiligen Boden betreten zu wollen?« Fragte eine hölzerne Stimme barsch.
        Erschrocken hob ich meinen Kopf und staunend öffnete sich mein Mund. Ein grün leuchtendes Augenpaar blickte mich aus dem Stamm heraus an.
        »Verehrter Wächter, ich bitte untätigst um Vergebung für das unentschuldbare Verhalten meiner Begleitung. Sie ist mit unseren Gebräuchen und Regeln nicht vertraut und meinte es nicht respektlos.« Tief verneigte sich Chess vor diesen Baum und verharrte so. Abwartend sah ich dieses merkwürdige Schauspiel zu, als von Chess ein kurzes Hüsteln kam. Eilig stand ich auf und trat neben Chess vor den Wächter.
        »Es tut mir unendlich leid, Herr Wächter. Bitte verzeiht mein unbedachtes Handeln.« Sagte ich so lieblich wie ich konnte und vollführte einen tiefen Knicks.
        »Nun ja, ich will mal nicht so sein. Dir sei verziehen und nun kehrt wieder um!« Chess erwachte wieder zum Leben und regte sich.
        »Das können wir nicht! Wir müssen so schnell wie möglich ins Unterland!« Sagte er inbrünstig.
        Skeptisch blickte der Wächter zwischen mir und Chess hin und her. »Du darfst die Zwischenwelt betreten, aber das Mädchen bleibt hier. Sie ist dem Unterland nicht würdig!« Gab er herablassend von sich.
        Wie kann er es wagen? Festen Blickes sah ich den Wächter an. »Das geht nicht! Auch ich muss dorthin, sonst werden alle sterben!«
        »Pah«, spie er aus. »Was denkst du wer du bist Menschenkind, das du so etwas abscheuliches prophezeist?«
        »Ich bin Lucilla Kingsleigh und Alice war meine Großmutter. Lass mich passieren oder ich zerhacke dich in einzelne Stücke und verbrenne dich!« Rief ich forsch aus. Wie in Zeitlupe drehte sich Cheshire zu mir herum und schaute mich erstaunt an.
        Kam dies gerade wirklich von mir? Tapfer straffte ich meine Schultern und wandte meinen Blick nicht ab. Du musst jetzt standhalten!
        »Wie kannst du es wagen, so mit einem Wächter zu sprechen?« hallte donnernd seine Stimme übers Land und er schwoll zu seiner doppelten Größe an. Seine Äste stoben zu allen Seiten aus und zischten bedrohend auf mich herab.
        »Lauf Lucilla, lauf!« schrie mir Chess zu, als ein kleiner Ast meine Wange schmerzlich streifte und die Haut darunter aufriss. Blind für meine restliche Umgebung lief ich einfach gerade aus und versuchte den Zweigen und Ästen so gut es ging auszuweichen.
        »Du kommst hier nicht durch!« donnerte die Stimme des Wächters. Ich lief schneller, mein Herz klopfte wie wild und meine Atmung ging viel zu schnell. Ein riesiger Ast, doppelte so groß wie ich selbst, zischte auf mich zu und ich sah die Wiese. Sie lag direkt dahinter. Ich schrie auf, ein lauter Kampfschrei und preschte auf den Ast zu. Meine Füße wurden immer schneller je dichter ich dem Ast kam und kurz bevor wir zusammenprallen konnten, stieß ich meine Füße fest in den Boden und stieß mich ab. Ich schoss in die Höhe und breitete meine Arme aus. Ich bekam ihn zu fassen! Meine Hände fühlten die feste Rinde und ich griff zu, klammerte mich an den festen Ast. Ich schrie auf als der Ast mit mir in die Luft schoss und wie wild versuchte mich abzuschütteln. Wie verrückt klammerte ich mich an ihn und umschlang mit meinen Beinen die Rinde. Meine Wange drückte ich fest an den Ast und die Welt um mich herum verschwamm. Mir wurde schlecht und mein Herz schlug mir vor Angst bis zum Halse.
        »Lass nicht los!« brüllte mir Chess zu. Als wenn ich das vorgehabt hätte. Ich schloss meine Augen und verstärkte meinen Griff während ich in der Luft herumgeschleudert wurde. Mehrmals lockerte sich mein Griff durch die heftigen Bewegungen des Astes und ich überlegte fieberhaft wie ich nur wieder aus diesem Schlamassel herauskam.
        »Pass auf!« schrie Chess panisch. Ich machte meine Augen auf und sah gerade noch den Boden auf mich zukommen. Im letzten Moment stieß ich mich ab und sprang vom Ast. Ich wurde durch die Luft geschleudert durch den heftigen Aufprall des Astes und ich sah die Wiese. Tausend, kräftig leuchtende Blumen lagen unter mir.
        »Scheiße«, brüllte ich auf und ruderte heftig mit meinen Armen. Ich konnte meine Richtung nicht ändern. Mich durchschoss die eisige Erkenntnis. Ich werde direkt auf die Blumen fallen!





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        Beitrag vom 10.03.2019 - 15:05
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        05. Das Meer der ewigen Blumen


        Mit einem schmerzhaften Stöhnen prallte ich auf den Boden auf und begrub hunderte von leuchtenden Blumen unter mir. Ein dumpfer Schmerz durchschoss meine Glieder als ich versuchte mich aufzurichten. Mir wurde schwummrig und mein Blick trübte sich. Geschwächt sank ich zurück auf den Boden und schloss meine Augen. Ein kalter Wind zog auf und aus der Ferne näherte sich ein Donnern. Der Wind nahm stetig zu und zerrte an meinen Kleidern. Regentropfen landeten auf meinem Gesicht und holten mich aus meiner Benommenheit. Zaghaft hob ich meine Lider und sah direkt in Chess blau gesprenkelten Augen.
        »Jetzt hast du uns aber in die Scheiße geritten! Kannst du aufstehen? Wir sollten so schnell wie möglich von hier verschwinden!« Unheilvoll glitt sein Blick von mir zum Himmel hinauf, wo ein greller Blitz die dunkeln Wolken teilte. Mit zittrigen Armen stemmte ich mich hoch und schwankte kurz. Es dauerte ein paar Sekunden bis ich richtig stand und vorsichtig machte ich ein paar kleine Schritte. Meine Beine fühlten sich wie Butter an, aber nach Chess Blick zu urteilen hatte ich keine Wahl.
        »Dann lass uns abhauen!« Mit wackligen Beinen folgte ich Cheshire so schnell ich konnte. Der Himmel über uns nahm stetig an Dunkelheit zu und der Wind peitschte uns unerbittlich ins Gesicht. Der Regen wurde immer stärker und nahm uns langsam die Sicht. Ein lauter Knall ließ mich zusammenzucken und verschreckt blieb ich stehen. »Was war das?« ängstlich sah ich mich um, konnte aber durch den starken Regen nicht viel erkennen.
        »Ihr entkommt mir nicht!« hallte die wütende Stimme des Wächters durch den tosenden Sturm.
        »Lucilla, pass auf! Hinter dir!« Zu schnell drehte ich mich um und rutschte auf den matschigen Boden aus, wodurch mich der Ast um ein Haar verfehlte. Mit noch immer zittrigen Beinen versuchte ich aufzustehen und rutschte nochmals aus. Der nächste Ast schoss auf mich zu als der Regen plötzlich aufhörte und sich der Sturm legte. Ein helles blaues Licht erstrahlte über die Wiese und der Ast hielt inne.
        »Du hast versagt!« sagte eine kalte weibliche Stimme hinter mir. Verwundert wollte ich mich umdrehen, aber ich konnte mich nicht bewegen. »Sie gehören mir!« Bei diesen Worten stellten sich meine Nackenhaare ängstlich auf und ein eisiger Windzug streichelte mich. Mein Herz klopfte vor Angst. Wer war diese Frau? Was wollte sie von uns? Wieder versuchte ich mich vergeblich umzudrehen. »Lass es einfach. Du kannst dich erst wieder bewegen, wenn ich es so will!«
        Ich hörte wie sie sich in Bewegung setzte und ihre Schritte kamen immer näher, bis eine merkwürdige Gestalt vor mir stand. Merkwürdig, weil sie mir fast durchsichtig erschien. War sie ein Geist? Ich wollte meinen Kopf heben um sie besser zu sehen, aber es ging noch immer nicht. So sah ich nur ihre Füße die ein paar Millimeter über den Boden schwebten. Moment! Sie schwebte! Von wem erklangen dann die Schritte, wenn nicht von ihr? Aufmerksam horchte ich auf, aber ich vernahm nur die tapsigen Geräusche von Cheshire die neben mir hielten.
        »Es war nicht unsere Absicht eure Blumen zu beschädigen. Bitte vergebt uns.« Flehte Chess neben mir die geisterhafte Gestalt an.
        »Dies ist mir sehr wohl bewusst. Es war die Schuld des alten halb verdorrten Wächters!« keifte sie.
        »Ich bin nicht verdorrt!« hörten wir den Wächter vorwurfsvoll Rufen.
        »Tzz«, gab die Frau abfällig von sich. »Mädchen, schau mich an!« Meine Starre fiel von mir ab und ich konnte mich endlich wieder frei bewegen. Langsam bewegte ich mich und lockerte meine Muskeln. »Ich sage es nicht noch einmal!« Sagte sie schneidend. Ich zuckte zusammen und hob eilig meinen Blick und riss vor erstaunen meine Augen auf.
        »Du, Sie …. ich kenne dich!« Das Bild im Schlafzimmer meiner Großmutter erschien vor meinem geistigen Auge. Es war ein Porträt von meiner Großmutter und einer ihrer Freudinnen. Sie hatte nie viel von ihr erzählt und ich lernte sie auch nie kennen, aber anhand der Ausstrahlung des Bildes konnte man sehr gut erkennen das sich diese beiden Frauen sehr nahestanden.
        »Du bist die Frau vom Bild!« sagte ich verblüfft. Misstrauisch blickte Chess zu der Frau hinüber.
        Ein Lächeln zeigte sich auf ihren zarten Zügen und ihre grünen Augen verloren an Kälte. »Du siehst ihr sehr ähnlich!«
        Stumm sahen wir uns an. »Heißt das, Sie ziehen uns nicht in die Unterwelt?« Kam es vorsichtig von Cheshire. Fragend sah ich zu ihr.
        »Natürlich nicht. Alice würde mich umbringen!« Erwiderte sie lachend. Die Erinnerung an meine Großmutter stimmten mich traurig und eine einzelne Träne rollte meine Wange hinunter. »Kind, warum weinst du?« Eilig wischte ich mir über meine Wange und schniefte.
        »Nichts.« krächzte ich. Ungläubig starrte sie mich an. »Es ist wirklich nichts!« bekräftige ich. Wenn sie wüsste das meine Großmutter Tod ist, vielleicht würde sie ihre Meinung ändern.
        »Ich erkenne eine Lüge. Erzähl es mir!« forderte sie. Mein Magen verkrampfte sich und unruhig sah ich zu Cheshire hinüber. Dieser nickte mir bekräftigend zu.
        Tief holte ich Luft und erzählte ihr mit leiser Stimme was mit meine Grandma passierte. Nachdem ich fertig war, blickte sie stumm zu Boden.
        »Ich wusste das dies irgendwann geschehen würde. Ihr Menschen seid so vergänglich.« Gab sie traurig von sich. Langsam ging sie vor mir in die Knie und hob ihre Hand. Verschreckt zuckte ich bei ihrer Berührung zurück. »Sie hat dich sehr geliebt!« Überrascht sah ich ihr in die Augen. Mitfühlend blickten sie mich an.
        »Ich weiß. Ich habe sie auch sehr geliebt!« Sie seufzte schwer und schüttelte verhalten ihren Kopf.
        »Dann ist es wohl jetzt an der Zeit.« Sagte sie ernst.
        »Zeit wofür?« fragte Cheshire. Traurig sah sie erst zu Chess und dann wieder zu mir.
        »Das werdet ihr bald verstehen.« Ohne Vorwarnung legte sie ihre Hand an meine Wange und küsste mich.




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        Beitrag vom 10.03.2019 - 15:07
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        Sehr spannend und toll geschrieben! Klasse! Daumenhoch Bravo Bravo Bravo

        Mich persönlich stört es nicht, dass es keine Bilder gibt. So kann man der eigenen Phantasie mehr Raum geben. Klimpern



        Beitrag vom 10.03.2019 - 15:20
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        sehr schön die folge auch ohne die bilder, obwohl ich die immer sehr schön fand. aber es geht ja um die geschichte.



        Lg Xenia
        Beitrag vom 10.03.2019 - 16:08
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        06. Eine kleine Wanderung


        Der Kuss war weder romantisch noch leidenschaftlich. Es war einfach ein aufeinanderlegen zweier Münder, wobei ich ihre Lippen kaum auf den Meinen spürte. Es fühlte sich eher so an, als würde der Wind sachte über meine Lippen streichen. So schnell wie der Kuss auch kam, so war er auch schon wieder vorbei. Sie ließ ihre Hand von meiner Wange gleiten und strahlte mich mit ihren grünen Augen an. Eine heiße Wärme stieg mir zu Kopf und ich sah bestimmt rot wie eine Tomate aus. Meine Augen riss ich erschrocken auf und mein Mund wollte vergeblich irgendwelche Worte formen. Mein Erster Kuss! Formte mein Gehirn.
        »Verdammt!« rutschte es mir doch noch raus.
        Die Frau lächelte mich entschuldigend an. »Tut mir leid, aber anders ging es nicht.«
        »Was ging nicht anders? Was hast du mit Lucilla gemacht? Sie riecht anders als vorher!« Verwundert sah ich zu Cheshire und dann fragend zu der Frau. Zerknirscht verzog sie ihren Mund.
        »Ich habe ein altes Versprechen an Alice eingelöst.«
        Überrascht rief ich »Grandma wollte das du mich küsst?« Verwirrt stand ich auf und schritt umher. Stillstehen konnte ich nicht mehr.
        »Na, dass nun nicht gerade, Kind.« Belustigt kicherte sie.
        Wütend drehte ich mich zu ihr um und keifte sie an. »Wenn nicht das, was denn dann?«
        Verwundert hob sie ihre Augenbrauen. »So also dankt einen die Jugend heute.«
        »Dank? Dank wofür?« Nun stand ich ihr direkt gegenüber und ich hatte das seltsame Bedürfnis durch sie durch zu greifen. Verwirrt schüttelte ich meinen Kopf und besah mich ihrer merkwürdigen Gestalt. Sie schien weder alt noch jung zu sein. Weder schön noch hässlich. Sie schimmerte leicht und es wirkte als würde ihr Körper jeden Moment verblassen.
        »Ich habe dir Macht geschenkt.« Antwortete sie endlich.
        »Macht? Was meinst du mit Macht?« Rief ich aufgewühlt.
        »Die Macht das Richtige zu sehen und zu erkennen.« Sagte sie bedeutungsvoll. »Und nun solltet ihr Beide gehen. Ihr habt noch einen weiten Weg vor euch.« Mit diesen Worten verschwand sie. Sie löste sich einfach vor unseren Augen auf. Sprachlos starrte ich das Fleckchen Erde an, wo sie eben noch gestanden hatte.
        Schweigend ließen wir das Meer der ewigen Blumen hinter uns und begaben uns auf den nächsten Pfad.

        »Wie lange werden wir bis zum Niemalswald brauchen?« Langsam trottete ich neben Cheshire her. Wir wanderten nun schon seit Stunden schweigend einen schmalen Waldweg entlang und ich hatte keine Lust mehr auf meine trüben Gedanken! Die Worte dieser Alten gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Chess blieb stehen und sah zu mir auf.
        »Bist du müde? Wir könnten auch eine Pause einlegen. Wir sind auch schon den ganzen Tag unterwegs. Ich hatte ganz vergessen wie schwach ein Mensch doch ist!«
        »Natürlich bin ich müde, es ist schon Nacht. Es ist so dunkel das ich kaum dich noch sehe. Geschweige Äste und Steine die mir den Weg versperren. Meine Beine und Arme sind voller Kratzer und tun mir weh.« Ich war wirklich ziemlich erschöpft. Körperlich wie geistig. Ich brauchte dringend eine Pause.
        »Nun gut. Dann lass uns etwas rasten. Guck mal da vorne ist ein kleines freies Fleckchen. Dort kannst du eine Weile schlafen. Ich werde dich bei Sonnenaufgang wecken.«

        Kraftlos ging ich auf das besagte Fleckchen zu und ließ meinen Rucksack achtlos fallen. Ich setzte mich hin und streckte meine Beine aus. Ein lautes Gähnen konnte ich mir nicht mehr verkneifen. Ich krallte mir meinen Rucksack und legte mich hin. Als Kopfkissen war er nicht grad bestens geeignet, aber besser als nichts.
        »Gute Nacht« brachte ich noch hervor, bevor sich meine Augen schlossen. Ich merkte nicht mehr wie Cheshire sich dicht neben mir einrollte und beruhigend schnurrte.

        Der nächste Morgen kam schneller als gedacht. »Steh auf Lucilla!«
        »Nein, ich will noch nicht!« Im nächsten Moment spürte ich Cheshires Pfote auf meiner Wange.
        »Entweder stehst du jetzt auf oder ich fahr meine Krallen aus!« Schlaftrunken öffnete ich meine Augen und sah seine Krallen in der Sonne blitzen.
        »Schon gut. Ich steh ja auf.« Murmelte ich. Müde gähnte und streckte ich mich. Blinzelnd sah ich in das Morgenlicht und kniff meine Augen zu.
        »Hier iss!« Verwundert blickte ich zu ihm und sah neben ihm auf dem Boden mehrere Pilze in merkwürdigen Farben liegen. Misstrauisch kniff ich meine Augen leicht zusammen.
        »Willst du mich vergiften?« Genervt stöhnte er auf.
        »Nein, natürlich nicht. Iss jetzt einfach und dann lass uns weitergehen!« Noch immer misstrauisch schnappte ich mir einen dieser seltsamen Pilze und schnupperte dran. Mhm, riechen tat er normal. Vorsichtig leckte ich einmal dran. Meine Zunge kribbelte nicht und es passierte auch nichts anderes. Mein Magen knurrte vernehmlich und unter einem Seufzer biss ich herzhaft in den Pilz. Ich kaute und schluckte und was soll ich sagen. Er schmeckte einfach nach rohem Pilz. Mehr nicht. Schnell schulterte ich meinen Rucksack und nahm mir die anderen Pilze und lief Chess hinterher.
        »Jetzt warte doch mal!«

        »Sag mal, Chess. Was erwartet uns im Niemalswald?« Die Pilze hatte ich schon längst vertilgt und ich fühlte mich angenehm gesättigt, aber irgendwie fehlte noch was. Ich griff nach hinten in meinem Rucksack und fischte einen Schokoriegel heraus. Schon besser!
        »Ich weiß es nicht genau. Niemand mir bekanntes war jemals dort.« Genüsslich ließ ich mir die Schokolade auf der Zunge zergehen, während ich über Chess Worte nachdachte.
        »Musstest du nicht dadurch als du auf den Weg zu mir warst?« Ich sah nach unten, aber von Chess fehlte jede Spur.
        »Was isst du da?« Mir blieb das Herz stehen und erschrocken kreischte ich auf, als Cheshires Kopf auf einmal dicht neben den meinem schwebte. Neugierig beschnupperte er meinen Schokoriegel.
        »Hey, das ist meiner!« Schnell steckte ich mir den Riegel in den Mund.
        »Das ist nicht nett. Freunde sollten doch immer teilen. Alice war viel netter zu mir!« Warf er mir verschnupft vor. Ich zuckte mit den Schultern und aß den Rest des Riegels ohne schlechten Gewissens auf.
        »Freunde sollten auch nicht ständig vom Thema ablenken und ihre Freunde dauernd so erschrecken!«
        »Was kann ich dafür das du so schreckhaft bist.«
        »Ich bin nicht schreckhaft! Es ist einfach nur nicht normal das Katzen schweben und sich ihre Körper auflösen können!«
        »Und wer entscheidet was normal ist?« Fragte er altklug.
        »Ähm, ja … nun. Gute Frage. Die Gesellschaft würde ich sagen.« Nachdenklich kratzte ich mich am Kinn.
        »Deine oder meine Gesellschaft?«
        »Hä?«


        ****************

        Hey MadameChaos und xenia491, ich danke euch für euren Kommentar und danke fürs lesen :) Ich freue mich darüber, wenn ich andere Menschen mit meiner Fantasie erfreuen kann Liebhab
        Puh, da bin ich ja erleichtert, das es euch nicht stört das es ohne Bilder weitergeht.



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        Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Lucyra am 15.03.2019 - 03:37.
        Beitrag vom 15.03.2019 - 03:30
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        wieder eine schöne folge, ich bin viel zu neugierig was noch alles passieren wird. natürlich würde es mit bildern noch schöner, aber wenn man bücher liest, hat man ja auch keine bilder und kann seiner fantasie freien lauf lassen.
        bin schon auf den nächsten teil gespannt.



        Lg Xenia
        Beitrag vom 15.03.2019 - 08:08
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        07. Der Niemalswald



        »Denk mal richtig darüber nach!«
        »Du bist einfach verrückt!« rutschte es mir raus. Es war Mittag und die Sonne strahlte durch das Blätterdach auf uns herab. Mir war heiß und der Schweiß brannte in meinen Augen. Die Bäume drängten sich immer dichter und ich hatte das Gefühl das der Weg immer schmaler wurde.
        »Du nimmst also den einfachen Weg.« Cheshire hörte sich enttäuscht an. Verwundert ging mein Blick zu ihm. Sein Schwanz hing schlaff auf den Boden herab und sein Köpfchen ragte nicht so stolz in die Höhe wie sonst.
        »Chess, es ist viel zu heiß für so ein Thema! Können wir das nicht auf später vertagen?« sagte ich erschöpft. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn.
        »Alice war in deinem Alter viel reifer als du jetzt.« Falls dies eine Beleidung sein sollte, so störte sie mich nicht.
        »Grandma wuchs auch in einer anderen Zeit auf und damals herrschte Krieg. Da war jedes Kind erwachsener als ich! Ich überdenke meine Antwort nochmal, okay? Aber jetzt lass bitte dieses Thema und sag mir lieber, wann wir endlich da sind!« Entgegnete ich wehleidig.
        »Wir sind da!«
        »Was?« Überrascht sah ich nach vorne und tatsächlich. Wir sind da.

        Es war unverkennbar! Die Bäume, ganz schwarz vor Ruß, ragten groß und bedrohlich vor uns auf. Kein Laut und kein Licht drang aus dem Waldabschnitt hervor. Gänsehaut überzog meine Arme und es schüttelte mich bei dem Gedanken da rein gehen zu müssen.
        »Gab es einen Waldbrand?« fragte ich atemlos.
        »Nein, der Wald sah schon immer so aus!« Antwortete Chess rau.
        »Ich dachte du warst noch nie hier?«
        »War ich auch nicht, aber es gibt Geschichten.«
        »Erzählst du mir eine davon?« Meine Beine hielten wie von allein, kurz vor den dunklen Bäumen an.
        »Lieber nicht.« Ernst sah er zu den verkohlten Bäumen. »Sonst folgst du mir nicht!« Und damit setzte er sich in Bewegung.
        Eine leise Angst beschlich mich und ich hielt den Atem an, als ich den ersten Schritt in die Finsternis wagte.

        »Chess, Cheshire«, rief ich flüsternd. »Wo bist du? Ich sehe nichts!« Im Niemalswald herrschte absolute Finsternis. Ich sah nicht mal meinen eigenen Körper. Noch wusste ich wo ich lang gehen musste. Ich folgte einfach blind den leisen Geräuschen von Chess Pfoten. Ängstlich verkrampfte sich mein Magen.
        »Ich bin hier. Hab keine Angst!« Sagte er beruhigend, dicht neben mir. Chess schien wieder neben mir zu schweben und das beruhigte mich ein bisschen.
        »Chess, ich kann nichts sehen. Du musst mir sagen wohin ich gehen muss!« Flüsterte ich ihm zu.
        »Moment, einen Augenblick.« Stutzig blieb ich stehen. Ich hörte Cheshire mir unbekannte Wörter flüstern, als dicht vor mir eine kleine Kugel aus sanftem Licht erschien.

        »Du beherrschst Magie?« Fasziniert starrte ich die Kugel vor mir an und ging langsam auf sie zu.
        »Nein, das sind Glühwürmchen.«
        »Glühwürmchen?« Skeptisch starrte ich das Licht an.
        »Ja, Glühwürmchen. Ich gehe doch stark davon aus, dass du weißt was das ist.« Erwiderte er genervt.
        »Klar, weiß ich was das ist! Aber … wie hast du? Du weißt schon.« Noch immer hing mein Blick an der Kugel.
        »Ich habe sie gerufen und sie gebeten uns zu helfen.« Sagte er nüchtern.
        »Wie ruft man Glühwürmchen?«
        »Das verrate ich dir nicht!« Erklang seine Antwort abweisend.
        »Warum nicht?« Fragte ich ihn enttäuscht.
        »Du bist nicht bereit.« Ich horchte auf.
        »Ich soll das Unterland retten, aber dafür bin ich noch nicht bereit?« rief ich überrascht aus.
        »So siehts aus!«

        Unter dem sanften Licht folgte ich dem Pfad immer tiefer in den Wald hinein. Mittlerweile wünschte ich mir, dass das Licht wieder erlosch und ich nichts mehr sah. Ich redete mir ein, dass es dann nicht mehr so unheimlich wäre. Die dunklen Schemen am Rande des Pfades wurden mit jedem Schritt immer unheimlicher. Die alten verkohlten Bäume sahen in dem Licht wie Monster aus, die ihre Arme nach mir ausstreckten. Vereinzelnd sah ich auch glühende Augenpaare im Dickicht aufleuchten. Und jedes Mal erschreckte ich mich dabei fast zu Tode.
        »Chess, sag mal« flüsterte ich. »Was gibt es hier so für Tiere?«
        »Tiere? Du meinst eher Monster.« Flüsterte er zurück. Bei dem Wort Monster zuckte ich zusammen.
        »Meinst du das ernst?« Fragte ich vorsichtig.
        »Sicher. Die Geschichten erzählen vieles über die Monster die hier hausen.«
        »Und was erzählen die so?« Ängstlich sah ich mich um.
        »Das willst du ganz sicher nicht wissen!« Sagte er bestimmt.
        »Was machen wir, wenn wir einem begegnen?«
        »Laufen und zwar so schnell wie möglich!«
        »Scheiße Chess! Was ist das hier nur für eine verdammte Scheiße in die du mich hinein zerrst?«
        »Das war nicht ich, sondern Alice.« Scheiße Grandma. In was hast du mich nur hineingeritten? Im nächsten Moment, hörten wir vor uns ein lautes Krachen. Ängstlich und erschrocken sahen wir Beide auf. Ein paar Kilometer vor uns teilten sich die Bäume und jede Menge Sand wurde in die Luft geschleuderte. Das Ding, was es auch immer war, schien direkten Kurs auf uns zu nehmen. »Chess.«
        »Lauf! Lucilla lauf!« brüllte Cheshire.



        ******

        Hallo xenia491. Danke für deinen Kommentar und natürlich für das Lesen :) Schön das dir die Folge gefallen hat. Das freut mich :)
        Sicher, mit Bildern wäre es schöner. Es würde das Ganze abrunden, aber momentan hält mich Sims eher vom schreiben ab und das möchte ich nicht. Ich habe so viele Ideen in meinem Kopf, besonders zu dieser Geschichte und ich möchte gerne voran kommen und mich nicht abhalten lassen :)



        Mein Blog wird momentan überarbeitet.


        Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von MissFantasy am 15.03.2019 - 15:27.
        Beitrag vom 15.03.2019 - 14:36
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        Wow das geht ja spannend weiter. Mir gefällt es auch ohne Bilder zu lesen, denn mein Kopfkino übernimmt dann den Bilderabschnitt nur allzu gerne ;)
        Beitrag vom 15.03.2019 - 15:20
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        nun kann man hier schon auszüge aus büchern lesen, was kommt als nächstes, ein café das eingerichtet wird? :D
        Beitrag vom 15.03.2019 - 15:27
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        SimsA das ist kein Auszug aus einem fertigen Buch, sondern Lucyras eigenes Buch was eine Weiterführung von Alice im Wunderland ist aber in dem es um die Enkelin von Alice geht... Es entsteht hier gerade und wir dürfen in Echtzeit mitlesen Liebhab



        Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von MissFantasy am 15.03.2019 - 15:46.
        Beitrag vom 15.03.2019 - 15:44
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        dann ist es doch nen auszug aus dem buch, irgendwann steht das ganze hier drin ;)
        Beitrag vom 15.03.2019 - 15:47
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